Internationale Woche

Da ich mich bisher leider nicht motivieren konnte, einen neuen Blogeintrag zu verfassen, möchte ich euch nun erstmal anhand der vorletzten Woche einen Einblick in eine (nicht ganz) typische Woche geben. In nächster Zeit versuche ich dann, aktueller zu bleiben und dazu noch die interessanten Erlebnisse der letzten zwei Monate niederzuschreiben.

Am Samstag reiste eine Delegation des CVJM Nürnberg an, bestehend aus vier Personen: Oliver Mally, Thomas Schmitz, Wolfram Röhrig und Bernhard Schirmer, die knapp eine Woche mit uns verbracht haben.

Den Samstagvormittag nutzte ich, um zum Flughafen zu fahren und im Bus dorthin ein wenig zu arbeiten: Bernhard kam mit einem früheren Flug als die anderen Deligierten und ich wurde dazu auserkoren, ihn abzuholen, denn meine Mitvolontäre hatten allesamt in ihren verschiedenen YMCA Centern bzw. der EKDSHK (Evangelische Kirche deutscher Sprache in Hongkong) anderweitige Programme.

Den Nachmittag brachte ich dann damit zu, bei einem „Survival Camp“ im Wu Kwai Sha Youth Village zu helfen und ein Stationenspiel mit den Hongkong-Mitarbeitern für die 12 Kinder durchzuführen. Hier könnt ihr sehen, wie diese Camps ungefähr aussehen. In nächster Zeit kommt im Übrigen auch auf Tobi und mich noch die Aufgabe zu, selbst ein „Ice Age Camp“ für Dezember vorzubereiten.

Abends gab es dann ein Willkommensessen mit der Delegation in unserem Stammrestaurant für Feierlichkeiten (wie etwa die Ankunft neuer Volontäre oder anderer Gäste) in der Mall direkt um die Ecke, dem „Shanghai Lau Lau“, wo es verschiedene Gerichte aus jeder Ecke Chinas gibt. Wie immer wurde ich nicht enttäuscht, das Essen war wunderbar; – ich bin jedes Mal aufs Neue von der chinesischen Küche fasziniert.

Am Sonntag mussten wir dann schon früh aus den Federn, denn es ging zum Gottesdienst in die anderthalb Stunden entfernte Gemeinde Deutscher Sprache in Hongkong auf den Peak. Dort gestalteten wir Freiwilligen das Kinderprogramm, während die Deligierten den Gottesdienst und die Gemeinschaft genießen konnten. Nach dem Gottesdienst fuhren wir dann weiter nach oben, zu der Aussichtsplattform auf den Peak, um die Aussicht zu genießen und Mittag zu essen.

Anschließend teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf, um zum Einen ein buddhistisches Kloster und die „10 000 Buddhas“ oder zum Anderen das „Heritage Museum“ zu besichtigen.

Abschließend gab es bei uns im Camp noch Abendessen und einen (dank Ollis Message und vieler bereichernder Gedanken der anderen) gelungenen Hauskreis, der mich sehr inspiriert und bewegt hat.

Am Montag ging es gleich noch internationaler weiter, denn wir bekamen Zuwachs zu unserer WG in Gestalt einiger Niederländer, die hier mit uns für zwei Monate leben werden. Nachdem Leoni und ich die Neuankömmlinge morgens mit dem Bus vom Flughafen abgeholt hatten, kam ich mir den Nachmittag über ein bisschen wie ein Touristenführer vor:
Ich zeigte ihnen das Camp und die Umgebung mit der Mall, bevor ich dort dann selber eingekauft und mich auf den Weg ins Kornhill-Center, meiner Arbeitsstelle hier in Hongkong (Genaueres über das Center kommt separat), gemacht habe. Dort stand für den Abend nämlich noch eine Cooking-Class an, die letzte von insgesamt vier Classes, die ich gemeinsam mit Tobi gehalten habe.
Diesmal gab es Apfelstrudel: „Mmmh, lecker!“.

Am Dienstag, meinem freien Tag, bin ich mit Tobi, Jannes und der Delegation wandern gewesen. Nach einer halbstündigen Busfahrt (und halbstündiger Umsteigewartezeit) sind wir von „Pak Tam Au“ auf dem zweiten Abschnitt des „Mc Lehose Trails“ zum „Ham Tin Beach“ gewandert. Dort hatten wir einen wunderbaren Badeaufenthalt, bevor wir weiter zu den „Sai Kung Rock Pools“ gelaufen sind, um dort ein zweites Mal zu baden. Als wir schlussendlich am „Sai Wan Pavillion“ gelandet waren, um uns von dort ein Taxi nach
„Sai Kung“ zum Abendessen zu nehmen, waren wir alle ziemlich ausgepowert, aber überglücklich über unsere Wanderung durch die wunderschöne Natur Hongkongs.

Mittwochs hatte ich zu Beginn einen ganz normalen Arbeitstag im Kornhill-Center: Ein Projekt mit Schülern aus einer kanadischen internationalen Schule, die für lokale Schüler aus einer Hongkonger Grundschule ein Nachmittagsprogramm organisieren, das ich dann beaufsichtige bzw. mitbetreue. Dabei planen wir in der Regel zuerst ein paar Aufwärmspiele und anschließend ein Bastel- oder Malangebot; aber auch Pizza backen sowie sportliche Spiele standen schon mit auf dem Programm. Zum Abschluss gibt es immer noch ein spielerisches Wiederholen von englischen Wörtern, bezogen auf das vorangegangene Programm; so sollen die Grundschüler ihr Englisch verbessern.

Abends bin ich dann von der Arbeit mit der MTR Richtung Central gefahren, wo sich unsere ganze Gruppe mit den Deligierten und unseren Hongkonger Chefs in einer Sky-Bar getroffen hat, um den Aufenthalt der Delegation in Hongkong mit einem ordentlichen Farewell-Abend zu beenden.
Von dort oben hatten wir einen großartigen Ausblick auf Kowloon und konnten ein wenig von der „symphony of lights“ sehen, während wir gemütlich einen (natürlich alkoholfreien ;)) Cocktail genossen.

Für mich geht es jetzt in den kommenden 3 Wochen spannend weiter: Tobi und ich haben die Möglichkeit erhalten, in der Nähe von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas, für einige Tage im „childrens home“, einem Waisenhaus des YMCA Chengdu, sowie an einer Schule des YMCA zu arbeiten.

So ein Aufenthalt in „Festland-China“ will geplant sein: Schon vor Wochen mussten wir uns um diverse organisatorische Fragen, wie die Beantragung eines Visums oder das Buchen unserer Flüge, kümmern. Nun, da alles geregelt ist, schaue ich den folgenden Wochen mit Spannung und Vorfreude entgegen. Die Zeit dort eröffnet uns sicher nochmal einen ganz anderen Blickwinkel… ( da ich jetzt schon fast eine Woche dort bin, wenn ihr den Blogbeitrag hier bekommt, kann ich das nur bestätigen…)

Übrigens, Sichuan gilt kulinarisch als die „schärfste Provinz Chinas“ und ist Heimat des Riesenpandas… Dazu aber mehr in meinem nächsten Blogeintrag.