Pandas und Pfeffer Pt. 1

Hallo zusammen. Heute will ich euch etwas über meine Zeit im November erzählen.
Da durfte ich zusammen mit Tobi für fast drei Wochen nach China in die Sichuan Provinz in die Stadt Chengdu. Hier könnt ihr mehr über die Provinz und die Stadt lesen. Wir waren dort, um den YMCA und den YWCA Chengdu kennenzulernen und ihre Programme zu begleiten und mitzugestalten.
Es war eine sehr besondere Zeit, in der wir viele neue Eindrücke sammeln konnten und einen Einblick in das „wirkliche“ China bekamen.

Ich werde euch dazu zwei Blogeinträge liefern. Der erste, dieser hier, beinhaltet:
1: Ankunft in Chengdu und Zeit in Jintang

Der zweite Blogeintrag umfasst dann Folgendes:
2: Besuch im „Mountain Village“, sowie
3: Aufenthalt in Chengdu

Bevor ich aber von unserer Ankunft erzählen kann, muss ich auch von unserer Abreise in Hongkong berichten.
Am 11.11.19 machten wir uns früh morgens mit reichlich Puffer auf zum Flughafen. Aber wir konnten nicht ahnen, dass es gerade an diesem Tag in Hongkong zu neuen Ausschreitungen, Straßenblockaden und Schüssen kommen sollte.
Die Folge davon? Wir kamen nicht rechtzeitig am Flughafen an, da die MTR (U-Bahn) nicht mehr fuhr und die völlig überfüllten Busse alle im Stau feststeckten.
Ein Glück konnten wir aber nach vielen Telefonaten unseren Flug kostenlos auf den nächsten Tag umbuchen. Am Flughafen angekommen, wagten wir uns nun nicht mehr zurück nach Hause; es war uns zu riskant, den nun auf den kommenden Tag verschobenen Flug erneut zu verpassen.
Deshalb folgte ein wunderbarer 24-Stunden-Aufenthalt am Flughafen, der uns schon ein wenig ermüdete und mit Rückenschmerzen auf die Reise vorbereitete.
Doch schließlich konnten wir unseren Flieger besteigen…

1: Ankunft und Zeit in Jintang:

In Chengdu angekommen, wurden wir recht herzlich von Song, dem für uns verantwortlichen Mitarbeiter des YMCA Chengdu, begrüßt. Wir waren sehr beeindruckt von der Größe der Stadt und den Unterschieden zu Hongkong, die man schon erahnen konnte, als wir durch die Stadt zu dem Appartement gefahren wurden, wo wir die erste Nacht und die letzten Tage im21. Stock untergebracht waren.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut und mit Song in einem Supermarkt um die Ecke ein paar Lebensmittel einkauft hatten, machten wir uns alleine auf den Weg, die Umgebung zu erkunden und uns einen Überblick über unsere Nachbarschaft zu verschaffen.

Am nächsten Morgen wurden wir abermals von Song abgeholt und durch die Stadt gefahren. Wir bekamen eine kurze Tour durch das YMCA Gebäude, das in einem altchinesischen Stil erbaut ist, und lernten ein paar weitere Mitarbeiter/innen kennen.

Dann wurden wir von Song nach Jintang in das „Children‘s home“ des YMCA gefahren.
Dort kamen wir zum Mittagessen an. Wir lernten Jimmy und Tina kennen, die festen Mitarbeiter dort. Auch unsere Aufgaben wurden uns nun erstmals näher erklärt: Wir sollten Englischunterricht in der YMCA Schule und einer staatlichen Schule geben. Darauf waren wir zuvor nicht vorbereitet worden, sodass Tobi und ich uns erst noch einen spannenden Inhalt überlegen und entsprechende Power-Point-Präsentationen erstellen mussten. Am Abend lernten wir die acht Kinder kennen, die die ganze Woche über im „Children‘s home“ leben, spielten mit ihnen und wurden von Jimmy durch die Nachbarschaft zu ein paar Läden geführt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, das netterweise jeden Morgen für uns vorbereitet wurde, waren wir am Donnerstag und Freitag, jeweils vormittags und nachmittags, in der YMCA-Schule und hielten unsere Unterrichtseinheiten. Es war sehr schön zu sehen, dass man den Kindern etwas beibringen konnte und diese so fasziniert waren und gut mitmachten, auch wenn es manchmal ein paar Kommunikationsschwierigkeiten gab.
Jeden Tag hatten wir Mittagessen mit den Lehrern in der Schulkantine und spielten danach ein wenig Basketball oder Tischtennis mit den Schülern.
Abends spielten wir mit den Kindern im „Children‘s home“ und besuchten mit Jimmy ein Museum und einen Park.

Am Wochenende hatten wir ein wenig freie Zeit, uns zu erholen (ich war etwas erkältet), einfach nur die Stadt zu erkunden, auf den „Farmers-market zu gehen und mit den Kindern Zeit zu verbringen: Sonntag gab es ein Programm von ein paar Studenten im „Children‘s home“, an dem wir teilnahmen und etwas bastelten, tanzten und Sport machten.

In der folgenden Woche waren wir von Montag bis Mittwoch an einer staatlichen Schule, wo wir nochmal unseren Unterricht hielten. Allerdings waren einige unserer Spiele und Inhalte zu schwierig für die Kinder dort; deshalb mussten wir sie nach den ersten Stunden ein wenig anpassen.
Gleich war aber die Begeisterung für uns und die Freude der Kinder, wenn sie uns sahen. Es war immer ein etwas merkwürdiges Gefühl, in einer für uns „normalen“ Situation von komplett aufgeregten Kindern umringt zu sein, die in ihrem Leben vielleicht zum ersten Mal einen Ausländer (Europäer) sahen.

Unter anderem lernten wir an dieser Schule eine Sport- und Englischlehrerin kennen, Anna, die uns in der Schule anleitete und am Mittwochabend zu einer traditionellen Teezeremonie bei sich zu Hause einlud. Diese Teezeremonie wurde extra für uns von einer ihrer Freundinnen durchgeführt, die so etwas als ihr Hobby macht.

Nach der Zeremonie gab es dann noch Abendessen. Wir wurden zu Schafsuppe eingeladen. Interessant auch, dass die Chinesen die Innereien dem Fleisch vorziehen. Sieht zwar erst einmal seltsam aus, schmeckt aber lecker.

An den nächsten Tagen ging es noch einmal in die YMCA-Schule. Besonders der Abschied von den Schülern fiel mir schwer. Nach dem letzten Mittagsunterricht am Donnerstag ging es noch mit der Schulleitung und ein paar Lehrern Basketball spielen und anschließend zum ersten traditionellen „Sichuan-Hotpot“. Es war ein gemütlicher Abend mit leckerem, aber auch sehr scharfem Essen.
Das traditionelle „Hotpot“-Essen läuft so ab:
Zuerst bekommt man einen großen Behälter mit sehr scharfer Suppe in die Mitte des Tischs gestellt. Dieser wird zum Kochen gebracht. Er kocht dann die ganze Zeit über. Dazu wird eine große Variation an Fleisch, Gemüse und natürlich Innereien bestellt. Alles noch roh. Diese kann man entweder auf einmal in den Topf werfen und dann nach einiger Zeit wieder herausfischen oder mit seinen Stäbchen hineinhalten. Danach wird alles in ein eigenes Schälchen mit Öl und frischen Kräutern getaucht und gegessen.
Und ganz wichtig, zwischendurch immer mit den anderen Anwesenden mit einem Gläschen chinesischem Weißwein anstoßen. (FUN FACT: Da beispielsweise die chinesischen Zeichen „rot“ und „Alkohol“ zusammen als Rotwein gelesen werden, wird „weiß“ und „Alkohol“ als Weißwein gelesen, ist in Wirklichkeit aber hochprozentiger Schnaps und nicht sehr lecker.)

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon weiter und wir mussten uns von Jimmy, Tina und den anderen Mitarbeitern des „Children Homes“ verabschieden. Wir bekamen noch ein gutes Mittagessen, bevor Song kam, um mit uns drei Stunden weiter in ein kleines, abgelegenes Bergdorf zu fahren.

Wie es uns dort weiter erging, werdet ihr in ein paar Tagen in der Fortsetzung dieses Blogbeitrags sehen.

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